junge Frau macht Pause trinkt Tee

Gar nichts tun, das ist die aller schwierigste Beschäftigung und zugleich diejenige, die am meisten Geist voraussetzt.

Oscar Wilde

Umso voller unser Kalender und unser Kopf sind, umso nötiger wird es den Reset-Knopf zu drücken. Oft ist uns gar nicht bewusst, womit wir die ganze Zeit beschäftigt sind. Die Partnerschaft will gepflegt werden, andere soziale Kontakte ebenfalls, Alltagsdinge wie Einkaufen und Kochen gibt es zu erledigen und nebenbei bloß nicht die Karriere vernachlässigen. Geschweige, dass wir bestenfalls immer super gepflegt, top in Form und ständig erreichbar sein sollten. Wo ist da noch ausreichend Zeit für Muße und die schönen Dinge des Lebens?

Mir fällt es unglaublich schwer Pausen zu machen, denn sobald ich meiner Begeisterung folge und mich etwas fasziniert, kenne ich kein Ende und schaffe es nicht aufzuhören. Genau in solchen Momenten ist es umso wichtiger, dass wir innehalten und die Pausentaste drücken. Das Problem ist, dass wir genau dann nicht ansatzweise daran denken uns auszuruhen.

Bei Stress werden Hormone ausgeschüttet, die uns Energie schenken und pushen, damit wir leistungsfähiger sind. Was grundsätzlich gut ist – aber wenn wir dauerhaft unter Stress stehen, schlägt der Effekt ins Gegenteil um. Stehen wir längere Zeit unter Strom, dann führt das schlimmstenfalls zu einem Burn-out. Leider verpassen wir dadurch den entscheidenden Moment, in dem es wichtig wäre innerlich STOP zu sagen und auf die Bremse zu treten.

Wie können wir vorbeugen?

Mit einem guten Zeitmanagement und indem wir regelmäßige Pausen einplanen. Hört sich einfach an, fällt aber oft schwer. Es passiert, dass wir auf einmal gar nicht mehr wissen, was wir in den Auszeiten mit uns anfangen sollen, weil wir so programmiert auf Leistung sind, dass wir unser Gefühl nicht mehr wahrnehmen. Doch unser Gefühl sagt uns, was wir benötigen.

Um dieser Stimme lauschen zu können, sollte es ruhig sein und wir dürfen in uns ruhen, um auf den Körper zu hören und seine Bedürfnisse zu erfahren. Schlicht und einfach dürfen wir uns zwischendurch AUS-ruhen. Und erst wenn wir ruhig sind und innerlich wieder im Gleichgewicht, können wir uns erneut der Arbeit widmen.

⁉ Im Übrigen ist Multitasking absolut nicht erstrebenswert. Unser Gehirn arbeitet am besten, wenn wir uns voll und ganz auf eine Sache konzentrieren.

Was steht uns im Weg innezuhalten?

  • Der innere Antreiber, wie Perfektionismus
  • eigene hohe Ansprüche
  • Erwartungen, Anforderungen und Druck von außen, dem man Stand halten will
  • alte Gewohnheiten
  • Leistungsdruck und Zeitdruck
  • übertriebene Leidenschaft und Begeisterung
  • fehlender Selbstwert
  • negative Glaubenssätze
  • Gedankenkreisen, z.B. durch ungelöste Probleme

Ich investiere sehr viel Zeit in meinen Blog, wobei sich andere Leute fragen, was das denn bringen mag. Es erfüllt mich, meine Erfahrung oder mein Wissen zu teilen und damit andere zu inspirieren. Schon kurze Zeit nach dem Start, habe ich positives Feedback erhalten, dass die Menschen sich berührt fühlen und gerne freiwillig meinen Blog weiterempfehlen, ohne dass ich das erwartet oder darauf hingearbeitet habe.

Das ist ein Signal für mich, dass ich auf dem richtigen Weg bin und liebend gerne meine Zeit und Energie dafür aufwende. In dem Moment arbeite ich nämlich selbstbestimmt und lasse mich nicht von anderen steuern oder unter Druck setzen. Den meisten Selbstständigen, die ihre Arbeit lieben, wird es vermutlich ebenso ergehen. Trotzdem sind Pausen wichtig, vor allem, um die Kreativität wieder anzukurbeln und neue Kraft zu tanken.

Zeiten der Ruhe und des Rückzugs sind aus den folgenden Gründen wichtig:

  • Auch ohne physische Ertüchtigung wird man müde und erschöpft, nur dass man es nicht direkt merkt.
  • Auf Dauer leidet die Konzentration und es ist schwer die Aufmerksamkeit aufrecht zu halten, die Arbeitsleistung lässt nach, man macht mehr Fehler und ist weniger effektiv bzw. produktiv.
  • Die Motivation sinkt und es fällt schwerer Dinge anzupacken. Man wird unzufrieden.
  • Das Gehirn benötigt ausreichend Zeit, um viele Informationen zu verarbeiten, von denen wir in unserer schnelllebigen Gesellschaft massig erhalten. In der Ruhe-Zeit sollten keine Reize von außen erfolgen. Halten wir das nicht ein, kann das zu Schlafproblemen führen.
  • Unsere Intuition funktioniert im Stress-Modus nicht. Deshalb ist es so wichtig, bei anstehenden Entscheidungen eine Nacht darüber zu schlafen.
  • Weiterentwicklung und Wachstum findet nicht von heute auf morgen statt. Neu erlerntes benötigt Zeit, um sich zu festigen. Auch Ideen und Träume, die wir haben und manchmal ganz vergraben sind unter unseren ganzen Plänen, wollen in Ruhe reifen.

⁉ Wir dürfen also wieder Raum schaffen, denn nur in einem leeren Raum kann Neues entstehen.

Es muss nicht immer die große Auszeit sein, manchmal reichen auch kleine Pausen. Es ist sogar wissenschaftlich bewiesen, dass viele kleine Auszeiten besser sind als eine lange. Im Arbeitsalltag sind mindestens 5 Minuten nach einer Stunde getaner Arbeit empfehlenswert.

Hier einige Dinge, die ihr tun könnt, um im Alltag kurzzeitig zu entspannen:

  • Digitales Detox, d.h. generell weniger aufs Handy schauen, bestenfalls stumm schalten oder wenigstens die Benachrichtigungen deaktivieren.
  • Abends nichts reflexartig Fernsehen oder Streamen, sondern zu einem guten Buch greifen oder Musik hören.
  • Die Umgebung ändern: Setze dich im Sommer nach draußen auf den Balkon oder die Terrasse und beobachte deine Umwelt. Du kannst dem Gesang der Vögel lauschen. Das wirkt nachweislich entspannend.
  • Nach draußen gehen, spazieren oder Rad fahren in der Natur. Allein ist das intensiver als in Begleitung.
  • Sich einmal am Tag hinsetzen und alles aufschreiben, was einem durch den Kopf geht, also Tagebuch führen, am besten abends vor dem Schlafen, um besser abzuschalten oder morgens, um sich einen Fokus für den Tag zu setzen.
  • Bequem hinlegen oder setzen, mehrmals tief ein- und ausatmen oder meditieren. Es gibt spezielle Meditations-Apps, wie 7Mind, die dabei helfen.
  • Bei großer Müdigkeit hilft ein Powernapping von maximal 20 Minuten.
  • Moderat bewegen, also nicht auf Leistung, sondern auf Entspannung, z.B. durch Yoga und Dehnübungen.
  • Etwas leckeres Kochen und das Essen schweigend genießen.

Versuche dich bei einer Tätigkeit nur auf einen Sinn zu konzentrieren. Genieße deinen Kaffee oder Tee in Ruhe ohne Hektik, lausche mit geschlossenen Augen deiner Lieblingsmusik oder rieche an einer schönen Blume. Das nennt man Achtsamkeit. Hier ein Artikel, den ich als Gastbeitrag verfasst habe zum Thema Naturfotografie unter dem Aspekt der Achtsamkeit.

Ebenfalls sinnvoll für kleine Pausen sind Betätigungen, die wir routiniert ausführen können, ohne dabei nachdenken zu müssen. (Bin ich die Einzige, der die besten Einfälle beim Autofahren kommen?) Achte darauf, dass du ungestört sein kannst, wenn du Pausen machst. Die Erholung ist effektiver, wenn du keine Gespräche führen musst.

Wichtig ist, dass man sich jederzeit bewusst macht, was man gerade tut und ob es einen erfüllt. Also den Grund zu kennen, warum man vielleicht mehr arbeitet. Möglicherweise lebt man gerade eine Leidenschaft aus, die man jahrelang zurückgehalten hat. Oder man baut sich ein Business auf und möchte in Vorleistung gehen. Oder man steckt viel Zeit in Weiterbildung oder Studium, weil man weiß, dass man bald die Früchte ernten möchte, die man gesät hat. Um sich dann eines Tages entspannt zurückzulehnen und das Geld für sich arbeiten zu lassen. Gerne einen Kommentar hinterlassen, mit seriösen Tipps, wie das funktioniert. 😉

Die wichtigste Ressource bist du selbst

Wenn du keine Pausen machst, dann ist das ein Hinweis auf fehlende Selbstfürsorge, weil du deinem Körper und seinen Signalen zu wenig Bedeutung beimisst. Im Grunde ein Aspekt von mangelnder Selbstliebe. Schnell passiert es, dass man die eigenen Bedürfnisse ignoriert und ggf. sogar Bedürfnisse von anderen über die eigenen stellt.

Sei dir immer im Klaren, wie viel Zeit du für welche Dinge aufwendest. Frage dich, welche Prioritäten du im Leben hast und ob das den Dingen und Menschen entspricht, mit denen du die meiste Zeit verbringst. Es reicht einen rückwirkenden Blick in den Kalender. Stelle fest, dass möglicherweise etwas zu kurz kommt, z. B. der Partner, obwohl einem die Beziehung sehr wichtig ist oder das geliebte Hobby, für das man scheinbar keine Zeit mehr findet.

Manchmal habe ich so viel zu tun, dass ich ein schlechtes Gewissen bekomme, mir eine Pause zu nehmen. Ich glaube dann keine Zeit dafür zu haben. In Wirklichkeit nehme ich mir die Zeit nur nicht und habe meine Prioritäten aus den Augen verloren. Mir hilft es in solchen Momenten, mich hinzusetzen und eine Zeitinventur zu machen. Ich merke, dass ich locker eine Stunde am Handy verbringe, wenn ich einmal anfange die sozialen Kanäle zu durchforsten. Gerade wenn man eine Scanner-Persönlichkeit ist, mit ständig neuen Ideen und Einfällen, können die sozialen Medien echte Zeitfresser sein. Die ständige Angst auch da etwas Wichtiges zu verpassen, macht mir manchmal Druck.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass mir eine klare Tages-Struktur deutlich weiterhilft, damit ich mich nicht verzettle. Schnell verliere ich mich sonst in den vielfältigen Aufgaben und Interessen, denen ich nachgehe und vergesse dabei wichtige Ruhephasen. Immer wieder erinnere ich mich daran, dass es nicht zielführend ist, durchzupowern. Und wenn ich das mal vergesse, dann erinnert mich mein lieber Partner daran oder unsere Amazon Alexa*. Wir müssen lernen auf uns selbst aufzupassen und dazu gehören regelmäßige Pausen, in denen unser Gehirn neue kreative Einfälle für uns entwickelt, aus denen etwas Schönes entstehen kann. 💖

Buchtipp*:


Mehr Input? Hier erhältst du Tipps für Entspannung im Job:

Gelassenheit im Job: 5 Bücher die helfen

*Amazon Partnerlinks: Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen, d.h. wenn ihr über den Link etwas kauft, erhalte ich eine kleine Provision.

Teile diesen Beitrag mit anderen