Parkbank Landesgartenschau

Ich muss mal wieder raus. Schon länger hege ich den Gedanken, eine kleine Auszeit zu nehmen, nur für mich und mit mir. Jährlich im Spätsommer, wenn die Tage beginnen kürzer zu werden, verspüre ich das Bedürfnis die Zeit zu nutzen und die letzten Sonnenstrahlen auszukosten. Bevor dann der Herbst beginnt, der sicherlich auch seine Reize hat. Aber ich brauche nun mal die Wärme oder zumindest das Licht, um mich wohlzufühlen.

Also recherchiere ich, wo die Reise diesmal hingehen könnte. Ich habe irgendwann kurzurlaub.de für mich entdeckt. Hier kann man unkompliziert eine Destination für sich wählen, wenn man ungefähr weiß, wie weit bzw. wie lange man fahren will. Letztes Jahr habe ich darüber Bad Salzuflen gefunden – und war ganz positiv überrascht.

Im Hotel Lippischer Hof verbrachte ich 2 Nächte und hatte einen großartigen Aufenthalt. Das im Arrangement enthaltene Menü, der Gratis-Cocktail und das Wellnessangebot rundeten meine kleine Reise ab. Der Kurort Bad Salzuflen mit seinen reizenden Parkanlagen und dem integrierten Gradierwerk sowie einer Therme sind definitiv ein verlängertes Wochenende wert.

Nun zog es mich dieses Mal nach Bad Lippspringe. Ich hatte zuvor noch nie von diesem Ort in NRW gehört und war neugierig. Eine liebe Freundin verbrachte dort erst kürzlich einige Tage im Best Western Hotel Premier Park Hotel und Spa und war total begeistert.

So buchte ich daraufhin das andere 4-Sterne Hotel in Bad Lippspringe, das Vital Hotel mit angrenzender Westfalen-Therme. Aufgrund der Pandemie war ich seit über anderthalb Jahren nicht in einer Sauna und konnte es kaum erwarten. Früher war das Saunieren ein regelmäßiger Bestandteil meines Alltags. So reiste ich also mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an, was dank dem NRW-Tagesticket sehr flexibel möglich ist.

Auf andere Gedanken kommen

Auf dem Weg dorthin nutzte ich noch die Zeit am Bahnhof, um in der Buchhandlung zu stöbern. Eine gefühlte Ewigkeit hatte ich kein inspirierendes mehr Buch gelesen. In letzter Zeit halte ich mich überwiegend in der digitalen Welt auf. Also dachte ich mir, das richtige Buch wird mich schon finden. Mich beschäftigten außerdem einige Gedanken zu meiner bevorstehenden Selbstständigkeit. So sehr ich mich auch auf dieses Vorhaben freue und es kaum erwarten konnte, so poppten trotzdem immer wieder Sorgen auf.

Ich bin eine sehr perfektionistische Person und nahm mir fest vor, es diesmal alles leichter zu nehmen. Also sah ich mich um und wartete auf das richtige Buch. Aber es sprang mich nichts an. In Not schon zu spät zu Gleis zu kommen, eilte ich hinaus und dann plötzlich… war es da. Mein Buch! Oder besser gesagt, meine Bücher. Beim Anblick des Covers verspürte ich einen Kloß im Hals. Das Café am Rande der Welt*.

Ich machte kurzen Prozess und kaufte direkt die ganze Buchreihe des Autors John Strelecky*, die praktischerweise nebeneinander aufgereiht war. Innerlich freute ich mich wie ein kleines Kind, was gerade ein neues Spielzeug bekommen hat. Ich kann gar nicht sagen, wie lange dieses Buch schon auf meiner Wunschliste steht. Jetzt war der richtige Zeitpunkt es zu lesen wohl endlich da.

Die Zugfahrt nutzte ich noch anderweitig, um mir die Zeit zu vertreiben und machte mir in erster Linie ein Bild von dem Ort, an dem ich die nächsten 48 Stunden verbringen werde. Am Hotel angekommen wurde ich freundlich begrüßt und mit einem Armband ausgestattet, welches die folgenden Tage gleichzeitig mein Zimmerschlüssel und der Zugang zur Therme war. Die Tatsache, dass ich darüber auch meinen Verzehr abbuchen konnte, stimmte mich sehr glücklich. Eine Sorge weniger!

Ruhe finden im Wald

Da mein Anreisetag ein Sonntag war, war die Therme entsprechend rappelvoll mit Familien. So entschied ich kurzerhand ins angrenzende Grüne zu starten. Unmittelbar hinter dem Hotel begann auf meiner Karte der angepriesene Heilwald.  In der Tat stehe ich ein paar Minuten und Meter später weiter mitten im Wald. Von Weitem höre ich noch kreischende Kinder aus dem Spaßbad. Nach und nach klingen die Geräusche ab und ich höre… nichts mehr.

Mich lachen drei große Schaukeln an. Als Kind konnte ich stundenlang schaukeln, ohne dass mir langweilig wurde. Schnell verstehe ich wieder, warum das so wunderbar ist. Ich schaukle mich also ein wenig in den Wald und atme dabei die unheimlich klare Luft. In Bad Lippspringe soll ein einzigartiges Heilklima wirken.

Mich beeindrucken die meterhohen Kiefern und ich fühle mich ein wenig in den Süden versetzt. Die Anlage ist sehr gepflegt und durch die ätherischen Duftstoffe der Bäume entsteht in jeder Hinsicht ein Wohlfühlort, an dem man sich gerne aufhält. Es wurde eine wunderbare Balance aus natürlichem Wald und künstlich angelegten Blumenbeeten geschaffen. Ich fühle mich hier pudelwohl und wandere tiefer in den Wald hinein.

Ausgestattet mit meiner Kamera gehe ich auf die Suche nach geeigneten Motiven. Besonders reizvoll sind die kleinen Abzweigungen, die plötzlich auftauchen und einen von den belebteren Wegen wegführen. Es erinnert mich ein wenig an meine Waldbaden-Erfahrung. Interessant wird es meistens, wenn man wild in den Wald hineintaucht. Verlaufen kann man sich hier nicht. Ein schmaler Pfad führt parallel zur Straße zwischen den Bäumen und Sträuchern, sodass man voll abtauchen kann.

Dann komme ich auf einmal an einem Lokal aus. Ich hatte davon gelesen und freue mich, dass ich offensichtlich die richtige Richtung eingeschlagen habe. Die Fischerhütte in Bad Lippspringe bietet ein ganz besonders Ambiente in einer traumhaften Umgebung, wie ich es in der Form selten erlebt habe. Ich probiere von der hauseigenen Kuchen-Kreation „Hüttenzauber“ und bin wortwörtlich verzaubert. Die Freundlichkeit der Mitarbeiter und der herausragende Service runden meine Café-Zeit ab. Gerne möchte ich hier mal zu Abend essen, denn die Karte verspricht einiges.

Wellness für die Seele

Zurück am Hotel angekommen widme ich mich dem riesigen Wellnessbereich in der Westfalen-Therme. Dank eines eigenen Zugangs für Gäste benötigt man nur einen Bademantel und ein großes Handtuch, was man beides auf seinem Hotelzimmer vorfindet. Ich habe schon so manche Saunaparks gesehen. Hier verschlägt es mir fast die Sprache. Abgesehen von dem klassischen Wellnessbereich der Therme wurde ein großzügiger Garten inmitten der traumhaften Waldkulisse errichtet.

Mit eigenem Natursee, einem liebevoll eingerichteten Bistro und mehreren Saunen fehlt es einem hier an absolut gar nichts. Im Gegenteil, obwohl ich allein unterwegs bin, fühle ich mich sehr wohl und gut aufgehoben. Ich speise zufrieden in dem kleinen Waldbistro und genieße das Gefühl, mich um nichts kümmern zu müssen. Innerhalb von wenigen Minuten bin ich wieder auf meinem Zimmer und falle nach den langen ausgiebigen Saunagängen in einen tiefen Schlaf.

Beim Frühstück am nächsten Morgen bin ich erstaunt, wie voll es ist, trotz, dass Montag ist. Aber außer mir haben wohl noch einige andere die gleiche Idee. Leider ist es eng am Buffet und ich warte geduldig bis der Großteil der Gäste fertig ist. In der Zeit gönne ich mir einen gratis Prosecco und überlege, wie ich den Tag gestalte.

Nach dem ausgiebigen Essen (die leckeren Pancakes mit Ahornsirup haben mir den Tag versüßt!) starte ich los in den Park der ehemaligen Landesgartenschau. Zum Haupteingang sind es ein paar hundert Meter, aber Bewegung schadet mir nach meiner kleinen Schlemmerei nicht. Ich bin einer der ersten Gäste dort und genieße die wunderbar herrliche Ruhe. Mehrere Stunden wandele ich durch den groß angelegten Park. Dank Gästekarte ist der Eintritt reduziert.

Insgesamt merkt man, dass die Mitarbeiter sehr bemüht sind, dem Park weiterhin Leben einzuhauchen. Überall wuseln Gärtner herum und pflegen das Gelände. Es gibt massig Plätze zum Verweilen und Staunen. Auch Kinder kommen hier auf ihre Kosten. Von einem Strandkorb aus an einem kleinen See beobachte ich Familien gemeinsam amüsiert mit übergroßem Spielzeug hantieren. Die entspannte Atmosphäre lässt mich wunderbar entspannen. Zudem komme ich auf meine Kosten, da die Natur so viele außergewöhnliche Fotomotive zu bieten hat. Ich erwische sogar ein Eichhörnchen.

Die schönen Dinge des Lebens

Wieder zurück am Hotel starte ich erneut in die Sauna und verbringe dort mehrere Stunden bis zum Abend. Diesmal schnappe ich mir mein neues Buch bzw. das erste der Reihe, “Das Café am Rande der Welt” und setze mich im Innenbereich an eine Feuerstelle, an der alle ihre kalten Füße aufwärmen können. Ich fühle mich so wohl, wie schon lange nicht mehr. Das Buch sauge ich förmlich in mich auf und ich erhalte alle Antworten, die ich gerade brauche.

Eine Erkenntnis aus dem Buch ist, dass man seine Zeit mit den Dingen füllen sollte, die man gerne macht. Das hört sich so einfach an, kostet aber oft Kraft, wenn uns der Alltag im Griff hat. Wie lange habe ich gehadert, ob ich mir diese kleine Auszeit vom Alltag nehmen soll, zumal ich mitten in meiner Gründungsphase stecke. Jetzt werde ich bekräftigt, dass das eine großartige Idee war.

Ich komme schnell auf andere Gedanken und begreife, wie wichtig es ist, sich seine Zeit immer schön zu gestalten. Mit einem kleinen Kurzurlaub in Bad Lippspringe ist das jedenfalls sehr gut möglich. Ich fahre entspannt und voller neuer Energie, Ideen und Eindrücke zurück nach Hause. 🏡

Gönn dir mal ne Pause!

*Amazon Partnerlinks: Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen, d.h. wenn ihr über den Link etwas kauft, erhalte ich eine kleine Provision.

Teile diesen Beitrag mit anderen